Körperreaktionen | Wenn Trauer in jeder Faser spürbar ist
Shownotes
Nach einem schweren Verlust belegt die Trauer nicht nur unsere Gefühle und Gedanken, sondern auch den Körper. Trauer schnürt uns den Hals zu, dreht uns den Magen um, raubt uns den Schlaf und sitzt uns tief in den Knochen. Appetitlosigkeit, innere Unruhe, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Erschöpfung sind nur einige der möglichen Begleiterscheinungen. Warum Trauer uns in jeder Faser erfasst und wie wir damit umgehen können, darum geht es in dieser Folge von "Weiterleben Weiterlieben". Impuls für euch: eine Klopfübung zur Aktivierung.
Gastgeberin Lisa Auffenberg und ihr Kollege Rob Glogovsek sprechen über die verschiedenen körperlichen Auswirkungen eines Verlustes, warum sie auftreten, wann möglicherweise ein Arztbesuch empfehlenswert ist und was dabei helfen kann, sich wieder wohler in der eigenen Haut zu fühlen. Zum Abschluss gibt Rob eine Übung mit, die dabei helfen kann, den eigenen Körper wieder etwas besser zu spüren.
- Trainingsangebote für trauernde Menschen: www.seelensport.at/
- Buchtipp: Roland Kachler – Trauer tut weh. Der Körper im Trauerprozess und in der Trauerbegleitung
WER WIR SIND
Die Nicolaidis YoungWings Stiftung begleitet seit vielen Jahren junge Menschen in einer der schwersten Phasen ihres Lebens – in der Trauer um einen geliebten Menschen. Wir wissen, wovon wir reden, auf professioneller Ebene und aus eigener Erfahrung.
Gastgeberin Lisa arbeitet als systemische Beraterin bei der Stiftung, außerdem ist sie Wissenschaftsjournalistin bei Nerdpol. Ihr Gast und Kollege Rob Glogovsek ist Trauerbegleiter, psychologischer und systemischer Berater mit Weiterbildungen im psychosozialen Bereich sowie Mental Coaching.
GUT ZU WISSEN
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IM HINTERGRUND
Redaktion: Sonja Schwalb
Technik & Sound: Henning Hoffmann-Heyden
Förderung: Dieser Podcast wird gefördert durch die Landeshauptstadt München – Münchner Sozialstiftung
Transkript anzeigen
Weiterleben, weiterlieben. Der Podcast für junge Trauernde.
Trauer. Bei diesem Wort denkt man an schwere Gefühle, an schmerzhafte Erinnerungen und Vielleicht noch an Gedanken schleifen und quälende Fragen. Was nicht so sehr im Blickfeld ist, aber eine große Rolle spielt, wenn man einen wichtigen Menschen verloren hat, das ist der Körper. Trauer schnürt uns den Hals zu, dreht uns den Magen um, raubt uns in Schlaf und sitzt uns tief, tief in den Knochen. Warum Trauer uns in jeder Phase erfasst, darum geht es in dieser Folge von Weiterleben, Weiterlieben.
Ich bin Lisa, Trauerbegleiterin und systemische Beraterin bei der Nicolaidis YoungWings Stiftung. Heute spreche ich mit meinem Kollegen Rob Glogovsek darüber, was ein schwerer Verlust mit unserem Körper macht und warum es so wichtig ist, ihn in der Trauer nicht zu vergessen. Wie immer wartet am Ende eine kleine Übung auf euch, die euch dabei helfen kann, euch wieder ein Stück mehr zu spüren. Hi Rob, schön, dass du da bist heute.
Hallo Lisa, ja, freut mich da zu sein.
Du unterstützt ja als Trauerbegleiter, Coach und systemische Berater viele Menschen nach schweren Verlusten. Du kennst es aber auch aus persönlicher Erfahrung. Du weißt, was Trauer bedeutet. Was hast du über Trauer gelernt, Rob?
Wow. Ich glaube, das Erste, was ich über Trauer gelernt habe, ist, wie intensiv es ist. Vorher habe ich mich nie so wirklich damit auseinandergesetzt und Wo dann der Verlust da war, dachte ich echt, wow, das ist viel mehr als nur eine Zeit lang traurig sein. Es ist intensiv für Körper und Geist für meine Emotionen sind viel intensiver, als was ich vorher gedacht habe.
Man redet ja auch von Trauerarbeit. Was würdest du sagen, ist Trauer neben dieser emotionalen Arbeit, die man oft mit dem Begriff verbindet, auch eine körperliche Arbeit?
Oh, absolut, ja. Also Trauer ist echt eine sehr intensive Belastung und auf körperlicher Ebene kann es echt zu Erschöpfung führen. Es kann auch echt viel Energie fragen, da gut durchzukommen. Und es ist so ein Dauerzustand mit großen Emotionen und psychischen Belastungen Und für unseren Körper vergleiche das immer gern mit unfreiwillig einen Marathon laufen müssen. Und es ist daher auch für den Körper echt eine Hochleistung, um wirklich gut durch die Trauer zu kommen.
Du hast jetzt gerade gesagt, Erschöpfung ist etwas, was sehr häufig auftaucht. Wenn ein wichtiger Mensch stirbt, dann spüren viele Betroffene ganz stark, dass sich der Schock, die Ohnmacht, das Entsetzen ganz körperlich auswirken. Was würdest du sagen, welche Beschwerden welche Symptome sind da typisch Was begegnet dir da oft in den Begleitungen?
Das ist eine große Bandbreite an was da alles vorbeikommt. Aber wenn wir uns jetzt mal einschränken auf die körperliche Ebene, was man oft hört, ist Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen Übelkeit, aber auch bis hin zu Herzrasen Atemnot. Man wird anfälliger für Infekte. Viele Menschen haben auch keinen Appetit mehr. Und all das führt dann auch noch dazu, dass man körperlich echt so eine Erschöpfung spürt.
Manche Menschen spüren sich auch gar nicht mehr und haben das Gefühl, sie sind wie abgeschnitten von ihrem Körper. Ist das auch was, das du erlebst in den Begleitungen?
Ja, das höre ich tatsächlich auch manchmal. Und manche Betroffene geben dann auch an, dass alles sich so unwirklich anfühlt, dass sie diese Taubheit beschreiben. Und manche haben dann auch Sorgen, wenn sie das Gefühl haben, ich kann nicht weinen Das heißt aber gar nicht, dass man nicht trauert oder dass man nicht richtig trauert und diese Taubheit, die deute ich eher als ein Schutzmechanismus, der versucht, dich wirklich gegen diese intensiven Emotionen und Schmerzen zu schützen.
Du hast vor elf Jahren deine Partnerin verloren, Rob. Wie hast du das damals erlebt, wie dein Körper reagiert?
Das erste, was ich bei mir gemerkt habe, ist, der Appetit war weg, damit hatte ich auch ziemlich schnell einen Gewichtverlust und ich habe unregelmäßig gegessen, ich habe nicht mehr wirklich gut gegessen. Und gleichzeitig habe ich auch mehr Sport gemacht. Also damit bin ich dann auch ziemlich schnell so in Erschöpfungszustände gekommen und habe auch schlechter geschlafen. Es war sehr unregelmäßig, wie ich geschlafen habe.
So wie du das beschreibst erleben das ja sehr viele Betroffene auch und auch sehr massiv. Was passiert da im Körper nach einem Verlust?
Der Körper ist ja in einem Ausnahmezustand und damit findet auch eine erhöhte Ausschüttung von Stresshormonen statt und normal ist eigentlich ein gutes Bewegen, die ganzen Einkäufe machen, Sport machen, ein bisschen laufen gehen, eine Runde spazieren, das ist eigentlich normal ein Ausgleich für diese Stresshormone, aber gerade dieses Bewegen auf körperlicher Ebene, das findet in der Trauer oft weniger statt.
Das heißt, es passiert auf zwei Ebenen Der Stress ist deutlich größer und die Bewältigungsmechanismen, die wir so aus dem Alltag kennen, greifen nicht.
Genau, ja. Du hast ja gesagt, dass viele Symptome Beschwerden gute Gründe nach einem Verlust haben, so wie du es mit der Taubheit erklärt hast, die ja eine Schutzfunktion sein kann. Und trotzdem ist es ja manchmal wichtig, die Beschwerden medizinisch abklären zu lassen und nicht alles zwangsläufig auf die Trauer zu beziehen.
Was würdest du sagen, wann sollte man besser mal zum Arzt oder zur Ärztin gehen und das abklären lassen?
Also da würde ich empfehlen, dass wenn die Beschwerden länger andauern oder wenn man anfängt sich Sorgen zu machen über diese körperlichen Beschwerden definitiv mal kurz zum Hausarzt gehen. Und man kann natürlich auch denken bei akutem Schlafmangel oder bei psychischen Problemen, das kann man auch vom Arzt abklären lassen oder sagen Mal schauen, was da möglich ist. Und wo man auch noch dran denken kann, ist, wenn schon eine Erkrankung da ist, da kann sich das dann verschlimmern. Und in dem Fall ist es natürlich auch wichtig, dass man das mit dem Arzt bespricht.
Wenn es keine ärztliche Behandlung braucht, was kann dann dabei helfen, sich wieder wohler im eigenen Körper zu fühlen und ihn positiver oder überhaupt zu spüren?
Zwei Dinge, wo ich dann eigentlich als Erster dran denke, ist einerseits über Sport oder Bewegung den Kreislauf etwas anregen, damit der Hormonhaushalt wieder besser reguliert wird. Und was da auch unterstützen kann, was ich Betroffenen manchmal mitgebe, ist die Sinnesorgane stimulieren. Und dann denke ich vor allem an die Haut. Denn in der Haut sind ganz viele Nervenenden und damit ist es echt gut, sich wieder zu spüren. Und das unterstützt jemand, um wieder zurück in die Mitte zu kommen und dazu kann man Dehnübungen machen, man kann Kraftübungen machen, Entspannungsübungen können auch unterstützend sein und wichtig in das Ganze finde ich immer, mach etwas, was dich anspricht. Entweder mach etwas, was du schon kennst was du vorher schon gemacht hast, womit du vertraut bist. Es kann auch sein, dass in diesem Ausnahmezustand, dass dir lieber ist, etwas Neues anzufangen. Und dann noch eine zweite Überlegung ist, möchtest du etwas allein machen, was du jederzeit zu Hause machen kannst, oder möchtest du das mit anderen machen? Dass du entweder mit einem guten Freund oder Freundin zusammen laufen gehst oder in ein Fitnessstudio gehst. Da musst du echt ein bisschen schauen, dass du auf dich achtest. Was spricht dir am meisten an? Was tut dir gut?
Was hat dir da persönlich geholfen? Was waren deine Strategien?
Also bei mir war ganz klar, ich wollte gern alleine sein, ich habe mir auch zurückgezogen eher, aber in das habe ich dann mehr Sport gemacht. Ich habe neu angefangen mit Rennradfahren, ich habe viele Kilometer einfach gefahren und dann zwischendurch irgendwo angehalten, mit meinen Füßen durch den Bach gegangen, wirklich das kalte Wasser an die Füße das hat mir echt gutgetan. Und zu Hause habe ich manchmal ein paar tiefe Kniebeugen gemacht und ich bin auch gerne im Wald gegangen. Und ich habe irgendwie viele Sachen angefasst, so wirklich Steine in der Hand gehabt und Blätter so in die Finger zerrieben, einfach um mich wieder zu spüren. Also genau diese Stimulation der Sinne. Genau, ja.
Für dich war ja Sport, habe ich jetzt rausgehört, eine wichtige Strategie in der Trauer. Bewegung kann ja sowohl ein Mittel sein, den Schmerz eher zu verdrängen, sich eine Pause zu geben von der Trauer, aber auch einen Weg, sich zu konfrontieren. Was war das bei dir und was würdest du sagen, kann man das steuern, ob es eher ein Weglaufen oder ein Hineingehen ist in den Schmerz beim Sport?
Also ich habe das für mich beides eigentlich unbewusst gemacht. Manchmal habe ich ganz bewusst, zum Beispiel mit Rennradfahren, mir eine Leistung vorgegeben, dass ich in bestimmter Zeit eine bestimmte Distanz ablegen soll und das ist jetzt mein Fokus. Und das war für mich ganz klar eine Ablenkung. Damit habe ich mich nicht gespürt im Sinne von Ich kann mal kurz den Schmerz und die Emotionen ausblenden. Der Fokus liegt jetzt auf der Leistung. Ich muss diese Distanz schaffen. Und andererseits bin ich auch oft gefahren und habe keine Leistung festgelegt. Und dann habe ich oft gemerkt, dass einfach gefühlt aus dem Nichts auf einmal die Tränen da sind. Im Rennradfahren habe ich dann einfach geschafft, die Tränen da sein zu lassen und In dem Moment ist dann eigentlich über das Rennrad fahren, oft wo es eher körperlich schwer war, wo ich so richtig nochmal extra Gas geben musste, dass ich merke bei mir selbst erreiche ich jetzt eine Tiefe, dass auf einmal den Schmerz hochkommt. Und das habe ich dann geschafft, so irgendwie so sein zu lassen. Also am Rennrad habe ich tatsächlich ganz viel Emotion und Schmerz zum Ausdruck gebracht.
Und beides ist wahrscheinlich wichtig, so wie ich dich jetzt auch verstanden habe, also sowohl Sport oder Bewegung als Mittel, sich mal eine Pause zu geben, mal Dinge ein bisschen wegzuschieben, als auch was ins Fließen zu bringen. Dann geht es wahrscheinlich um Balance, oder? Wie würdest du das beschreiben für dich?
Ja, also es darf beides da sein. Es hat beide seine eigene Funktion und ja, es ist immer gut wenn man so ungefähr eine Balance finden kann zwischen Ablenken, mal nicht in den Schmerz und Emotion sein. Und andererseits diese Emotionen auch zum Ausdruck bringen. Und deswegen, wenn ich mit Betroffenen spreche und die sagen zum Beispiel, ich schaffe es richtig gut im Fitnessstudio meinen Schmerz runterzuschlucken oder mich zu verbeißen Und dann höre ich immer ein bisschen auch so von, ist das jetzt nur das? Oder gibt es auch Momente, wo die Emotion schon da sein kann und wo der Schmerz schon zum Ausdruck kommt? Und das ist dann vielleicht auch unter Umständen nicht der Sport der richtige Weg, oder?
Also das war jetzt für dich ein Kanal. Ich kann mir vorstellen, dass es für andere wahrscheinlich eher die Ruhe braucht, das Innehalten, wo vielleicht eher der Fokus auch mal auf Entspannung liegt, so gut es irgendwie geht, um es runterzukommen. Oder wie erlebst du das?
Ja, also das hängt ganz auch stark mit der Persönlichkeit zusammen, was für ein Typ ist man. Und ja, manche spüren ihren Schmerz oder Emotionen eben viel besser, indem man in die Ruhe reingeht. Indem man ganz bewusst spürt den Atem: Ich atme ein, ich atme aus und ich spüre mich dann. Und das ist natürlich auch wunderbar. Und dafür ist es gut, wenn jeder so das für sich findet, was anschließt bei der Persönlichkeit, die man hat.
Was ist deine Erfahrung, Rob? Kann man da seinen eigenen Bedürfnissen sehr vertrauen? Also wenn man zum Beispiel merkt, man ist sehr ruhebedürftig und möchte eigentlich nur noch schlafen oder wenn man das Gefühl hat man muss rennen, rennen, rennen und möglichst raus, raus, raus. Kann man da sehr seiner Intuition folgen?
Also in der Trauer ist das, glaube ich, eher ein bisschen schwierig. Entweder man möchte sich gerne zurückziehen und sich nur mehr verkriechen auf der Couch oder so. Oder andererseits manche möchten dann auch nur mehr laufen, laufen, laufen oder Rennrad fahren ohne Ende. Und da ist es oft hilfreich, wenn man da bei jemandem ein Feedback einholt, um ein bisschen zu schauen, dass man die Balance ein bisschen besser herholen kann. Dass man einerseits sich zutraut auch ein bisschen aus dieser Komfortzone rauszugehen Und andererseits auch die Momente aufsucht wo man wirklich sich zurückziehen kann in der Komfortzone. Und dass man eine Mischung kriegt aus Aktivierung und Entspannung. Aber gleichzeitig in der Trauer ist es ja auch völlig okay, wenn man das Bedürfnis hat, sich mal zwei Wochen lang auf die Couch zurückzuziehen. Wenn das ist, was du gerade brauchst, dann ist das völlig in Ordnung. Und ich würde sagen, wenn du dann irgendwann selber das Gefühl kriegst, dass du dir Sorgen machst oder so, Dann sprich mal mit einer Freundin oder vielleicht hast du einen Trauerbegleiter und frag mal, ob es noch was anderes braucht. Um wieder mehr in Balance zu kommen. Genau, ja.
Danke Rob schon mal für deine Erfahrungen. Wir haben jetzt einiges darüber gehört, warum der Körper so stark reagiert. Jetzt hast du uns noch eine Übung mitgebracht, die in der Trauer helfen kann, mit dem eigenen Körper wieder mehr in Kontakt zu kommen.
Das könnt ihr tun.
Ja, ich habe für euch eine Übung mitgebracht und ich nenne das den Körper-Sanft-Wach-Klopfen. Es ist eine sanfte Aktivierung, wo man deine Haut abklopft. Lisa, darf ich dich dann einladen da mitzumachen?
Ja gerne.
Okay. Dann darfst du deinen linken Arm mal nach vorne ausstrecken. Und deine rechte Hand legst du offen auf deine linke Schulter Und dann mit der flachen Hand fängst du an, deinen ganzen linken Arm abzuklopfen. Und das darfst du ruhig spüren. Also wir wollen echt die ganzen Nervenenden in der Haut wirklich berühren Also von der Schulter zu den Fingern und ruhig mit Druck. Genau, ja. Man hört dann echt so ein Klopfen. Und hoch und runter. Hoch und runter. Und da kannst du deinen linken Arm mal umdrehen. Genau, du hast die Handfläche hoch. Ja, und auch dort. Und auch die Innenseite und die Außenseite. Genau. Und dann langsam wechselst du rüber. Genau Auf der anderen Seite, wo du deinen rechten Arm ausstreckst, Und mit der linken Hand abklopft. Genau. Und auch hier wieder darf es dir echt die Zeit nehmen wirklich die Haut wach zu machen. Und dann mal den Arm umdrehen. Die Unterseite, genau.
Man spürt sofort so eine Art Kribbeln, und zwar sowohl in der klopfenden Hand als auch in der geklopften.
Ja genau, das ist genau, was wir erreichen wollen. Und dann auch die Außenseite, die Innenseite vom Arm. Und jetzt nehmen wir beide Hände und gehen zu den Schultern rüber. Und da fängst du an mit Klopfen auf deine Schultern. Und mit beiden Händen auch im Nacken und hinten am Kopf und vielleicht schaffst du es gar ein bisschen so auf den Oberrücken und einfach alles abklopfen und es darf ruhig ein bisschen Kraft haben. Und dann gehst du langsam nach vorne über die Brust, klopfen beide Hände und runter zum Bauch und mit der rechten Seite kannst du auch auf deine linke Seite und mit deiner linken Hand kannst du auch die linke Seite abklopfen Und beide Hände gehst du jetzt rüber zu deinem Rücken, dein Unterrücken abklopfen und nimm dir echt die Zeit wirklich jedes Teil mehrmals zu klopfen. Dann gehst du über dein Gesäß runter mit Klopfen Und wir stehen ja beim Klopfen und vom Gesäß aus bist du mit dem Klopfen über deine Beine runter. Mit beiden Händen tust du zuerst dein linkes Bein. Vorderseite, ganz so über die Oberschenkel runter zu dem Fuß und auch die Rückseite Unterschenkel, Knie und dann gehst du weiter am rechten Bein, von Oberschenkel ganz abklopfen, bis du unten bei deinem Fuß angekommen bist und dann auch wieder die Rückseite Genau, Unterschenkel, übers Knie hinauf dann auch nach der Innenseite, Außenseite und du wirst deine Hände langsam spüren, dass die warm werden und dass es wirklich ein Kribbeln wird und in das Ganze atmest du natürlich mal tief ein und aus. Genau. Und die Intention ist, ich spüre mich wieder. Ich spüre mich wieder und ich tue mir selbst was Gutes. Und das ist eine schöne Übung, die man jederzeit machen kann.
Würdest du sagen, der Effekt ist tatsächlich, dass durch das Klopfen die Haut so aktiviert wird oder auch, also was ich jetzt gerade gemerkt habe, ist man natürlich mit dem Fokus ganz im Hier und Jetzt und ganz konzentriert auf diese Sache. Ist das auch ein Effekt dieser Übung?
Genau, das ist beides Teil der Wirkung. Also einerseits den Fokus auf, ich beschäftige mich mal wirklich mit mir selbst und Rest der Welt, da denke ich einfach mal nicht dran, nur bei mir sein. Und tatsächlich sehr physisch die ganzen Nervenenden mal abklopfen damit die anfangen kribbeln und dass du tatsächlich über der Haut dich selber wieder spürst.
Vielen Dank.
Ja, bitte schön.
Ja, es ist jetzt nicht eine Übung die... Auf einmal den riesengroßen Unterschied macht, aber vielmehr etwas, was dich so unterstützen kann und was du mehrmals jederzeit zu Hause selber machen kannst. Es wird dir am Ende vielleicht etwas guttun.
Danke Rob. Mein Körper fühlt sich sehr pulsierend an, auf eine ganz angenehme Art.
Oh, das ist gut.
Rob, zum Abschluss darfst du wie jeder Gast, jede Gästin in diesem Podcast, eine Karte mit einer Impulsfrage ziehen und uns ganz spontan sagen, was dir in den Sinn kommt. Okay, ich lasse mich mal überraschen. Welche ist deine?
Wie bewegst du dich am liebsten? Das passt ja gut heute. Ja, also das passt jetzt super zum Thema. Sehr abwechselnd. Ja, im Moment sind es echt Kraftübungen Im Moment habe ich so eine Phase, dass ich ganz spontan zu Hause tiefe Kniebeugungen mache, dass ich Liegestütze mache, dass ich Klimmzüge mache. Also das ist im Moment, wie ich mich am liebsten bewege.
Danke Rob, dass du Worte gefunden hast heute für Erfahrungen, die sich gar nicht so leicht in Worte fassen lassen. Und danke euch, die ihr gerade zuhört fürs Dabeisein fürs Einlassen und Mitfühlen. Vielleicht habt ihr euch in einigen Körperreaktionen wiedergefunden und gemerkt, dass ihr gar nicht alleine damit seid. Vielleicht könnt ihr euch besser zugestehen permanent ruhebedürftig zu sein oder nicht still sitzen zu können, kein Bissen runterzubekommen oder von früh bis spät zu essen, nur noch zu schlafen oder kein Auge mehr zu machen zu können. Vielleicht, und das wäre sehr schön, ist euch ein bisschen bewusster geworden, wie anstrengend Trauer auch für den Körper ist und wie viel Fürsorge er deswegen verdient hat.
Wenn ihr Fragen habt oder eure Erfahrungen mit uns teilen wollt, dann schreibt uns sehr gerne auf Instagram oder per Mail an post@nicolaidis-youngwings.de. In der nächsten Folge geht es um die Verbindung zu dem geliebten verstorbenen Menschen. Ich spreche mit der Trauerbegleiterin Uschi Pechlaner darüber, warum es so wichtig ist, eben nicht loszulassen zu verabschieden und alleine weiterzugehen. Und wie das klappen kann, den Verstorbenen oder die Verstorbenen mitzunehmen. Bis dahin passt gut auf euch und euren Körper auf. Wir freuen uns, wenn ihr wieder dabei seid.